Neuartige Laserscanverfahren mit 3D-Visualisierungen schaffen Planungssicherheit durch Anschaulichkeit und Maßgenauigkeit auf den Millimeter.
Bestandsaufnahmen mit Archivierung werden zum Kinderspiel.
Heute wird ein besonders herber Tag für Benjamin Sattes. Der Technische Leiter von Zimmermann & Meixner 3D Welt in Amtzell bei Wangen im Allgäu trifft sich am Vormittag
mit Vertretern eines Ingenieurbüros, das mit der Modernisierung eines Klärwerks betraut ist. Am Nachmittag nimmt er Daten für eine Gebäudesanierung auf. Und am Abend erklärt er den Gemeinderäten einer Kreisstadt, wie man sich die bauliche und landschaftliche Neugestaltung ihres ehrwürdigen Bauhofs vorstellen könnte. Es wird wohl Mitternacht, bis er zuhause ist. Benjamin Sattes reizt diese Aufgabe, da ist er in seinem Element. Er wird Erfolg haben, das weiß er. Er wird alles so anschaulich darstellen, dass die Gemeinderäte den Eindruck haben, sie bewegten sich bereits auf dem umgestalteten Bauhofgelände, und der Chef der Baubehörde kann schon mal vom Schreibtischsessel probehalber einen Blick auf den neuen Innenhof werfen. Integrierte Planung visualisiert, einschließlich Farbgebung, wird Sattes demonstrieren.
Städteplaner, Architekten, Ingenieurbüros, Industrieanlagenbauer, selbst Designer und vor allem Bauherrschaften stehen doch immer wieder vor dem gleichen Problem: Wie kann man Planungsunterlagen – für Laien zumal – so lebendig werden lassen, dass der Betrachter räumliche Dimensionen im Verbund mit anderen Objekten exakt und maßgenau erfasst. Nicht einfach versteht, nicht vage antizipiert, nicht nur sich vorstellen kann. Nein, so erfasst, dass er meint, sich körperlich im Raum zu bewegen und mit den eigenen Augen aus unterschiedlichen Perspektiven alle Aspekte plastisch sehen kann.
Benjamin Sattes kann so etwas zeigen. Sattes führt bei seinen Demonstrationen einen Projektor mit, mit dem er Schaubilder an die Wand wirft und kurze Filme laufen lässt. Nichts Besonderes eigentlich. Das Einzigartiger seiner Erklärungen liegt in der Wandelbarkeit der Bilder aus nur einem Datensatz.
Sattes bedient sich beim Dateninput einer ScanStation2 von Leica Geosystems, die vor allem im modernen Vermessungswesen eine bedeutende Rolle spielt. ScanStation2 ist
eine handgepäckgroße Apparatur, die innerhalb einer Stunde im Rundumblick alles erfasst, was ihr vor die Linse kommt. Jeder Gegenstand wird mit einer Genauigkeit von
Millimeterbruchteilen erfasst. Als Punktekörper wird er in einem dreidimensionalen Koordinatensystem abgebildet. Jeder Punkt ist nun fixiert. Er lässt sich aber löschen, neu
kreieren, in vektorisierte Pläne einbauen, also vielfach bearbeiten.
Alle Punkte, so winzig und zahlreich sie auch sind, bilden die sogenannte farblich unterlegte „Punktwolke“. Sie
lässt sich von allen Seiten, peripher, im Innern und bis ins kleinste Detail unter immer neuen Blickwinkeln betrachten. Da stößt man schon mal schnell an die Grenzen seines
technischen Verständnisses.
Die Bilder, die Sattes an die Wand wirft, sind fantastisch präzise. Wie Fotografien auf etwas körnigem Papier. Nein, nein, wehrt Sattes hastig ab. Das seien keine Foto, das
seien die qualitativen Ergebnisse der Vermessung, Teile der Punktwolke eben. Was den Unterschied ausmacht, wird deutlich, wenn er den Betrachter spazieren gehen lässt durch das Innere eines Gebäudes oder auf einen Rundgang durch ein Ensemble von Bauten vermischt mit Bäumen, Büschen, Laternen, Parkplätzen, Springbrunnen schickt. Was hat man denn bisher? Zweidimensionale Zeichnungen und Modelle einzelner Baukörper. Die Umgebung wird nur vage angedeutet. Die Relationen zu anderen Gegenständen stimmen
nicht. Die Dimensionen im Innern lassen sich nur erahnen. Der Blick von innen nach außen in die künftige Umgebung übersteigt die Vorstellungskraft.
Z&M 3D Welt macht solche Blicke möglich. Sind die Daten einmal erfasst, lassen sich die verschiedensten Blickwinkeln animieren: sei es aus der Frosch- , Giraffen- oder
Vogelperspektive. „Videoflug“ und „Animationswalk“ durch Punktwolken sind keine Grenzen gesetzt. Videoflug und Animationswalk sind bereits feststehende Begriffe in der
dreidimensional visualisierten Computerwelt. Das Wissen um die Manipulation des Datenschatzes aus dem Scanvorgang mithilfe einer speziellen Software ist natürlich das
große Geheimnis von Z&M 3D Welt. In dieser Perfektion, wie von Sattes demonstriert, kann das in Deutschland – nach Erkenntnis der Firma – bisher niemand gleichtun.
Andere 3D-Verfahren verlieren durch das Wirken von Z&M 3D Welt nicht ihre Berechtigung. Z&M 3D Welt ist auf Kooperation angewiesen. Das Verfahren ist so
ausgelegt, dass es kompatibel ist mit den gängigsten CAD-Programmen wie AutoCAD Architecture, Nemtschek, Microstation, ArchiCAD, AutoCAD Revit. Gerade die
Zusammenführung von Fachplanungen, seien sie architektonischer, landschaftsplanerischer oder städtebaulicher Natur, zählt das Amtzeller Unternehmen zu
seinen Spezialitäten. Selbst Archäologen, Denkmalschützern und Restauratoren kann geholfen werden. So hat sich Z&M 3D Welt bereits bei der Dokumentation alter
Klostermauern hervorgetan, die bei einem Straßenbauprojekt plötzlich auftauchten und möglichst schnell in allen Einzelheiten erfasst werden mussten. Oder auch bei der
Sanierung von Fresken in einer mittelalterlichen Basilika.
Z&M 3D Welt ist eine kleine und sehr junge Firma. Fünf Mitarbeiter bestreiten die ganze Arbeit. Vor einem Jahr wurde sie gegründet auf Initiative von Bernd Zimmermann und
Gerd Meixner, die seit Jahren in Amtzell ein renommiertes Ingenieurbüro führen, das auf Siedlungs- und Verkehrsplanung und Wasserwirtschaft spezialisiert ist. Ihre Arbeit als
Vermessungs- und Planungsingenieure gab den Anstoß, eine selbstständige Firma zu etablieren, die die einmal erhobene Daten multifunktional nutzen kann. Sie waren es leid,
komplizierte Zahlenakrobatik betreiben zu müssen, um Baukörper anhand von Peripheriemessungen berechnen zu können.
Die Nutzung der erhobenen Daten lag im
Argen. Zwischen den Laserscandaten und der gängigen Visualisierung klaffte eine Lücke. Die Weiterverwertung der Messdaten war nicht üblich. Zimmermann und Meixner
schwebte vor, eine Brücke zu bauen zwischen den Daten und der Visualisierung per Animation. Ihr Anspruch war, perfekte Vermessung im Bestand zu liefern, auf Dauer
angelegte Dokumentation zu sichern und die Daten für Detail- und integrierte Planung vorzuhalten. Eine Firmenphilosophie war entwickelt, die ihre Bewährungsprobe bestanden
hat.
Die neue Art der Verwertung von Laserscandaten stößt auf großes Interesse. Z&M 3D Welt kann sich vor Aufträgen und Anfragen kaum retten. Dennoch plagt die
Geschäftsführer Zimmermann und Meixner und Benjamin Sattes Kummer. Sie haben Mühe, die enormen Rechnerleistungen zu beschaffen, um die Software in Schwung zu
halten, Speichervolumen in etlichen Terrabyte bereitzustellen und externe Bankschließfächer zu besorgen, wo die Datenschätze projektbezogen vor Raub und Brandschaden sicher sind.
Kontakt:
Herr Benjamin Sattes Diplom Ingenieur (FH)
Technischer Leiter
Zimmermann & Meixner 3D WELT GmbH
benjamin.sattes@zm-3dwelt.de
www.zm-3dwelt.de